The Ghan von Alice Springs nach Adelaide

By | 20. February 2009

ghan_elizabeth_river_aDie letzten 24 Stunden verbrachte ich im the Ghan. Jaja, ich bin ein Bähnlerkind. Mein Vater war Lokführer bei den SBB und wir fuhren meistens mit der Eisenbahn in die Ferien, so umständlich es auch war. Da ich auf meiner Reise ca. 30’000 Meilen fliegen werde, beschloss ich zwischendurch mal einen abenteurlichen Zug zu nehmen. The Ghan nennt sich der Zug, der Darwin über Alice Springs mit Adelaide zweimal die Woche verbindet. Der Laufweg gehört mit einer Länge von 2’979 Kilometern zu den längsten der Welt. Der Zug verkehrte 1929 zum ersten Mal. Erst seit 2004 wird die gesamte Strecke befahren. Die Bezeichnung The Ghan stammt von The Afghanistan Express, eine Reminiszenz an die afghanischen Kameltreiber, die zuvor den Gütertransport im Outback sichergestellt hatten. Kein Transportmittel war im 19. Jahrhundert für die australische Wüste besser geeignet als Kamele, weshalb die Briten diese Tiere zusammen mit Kameltreibern aus Afghanistan importierten. Es gibt verschiedene Klassen im Zug. Die billigste ist einfach ein Sitz in einem normalen Wagen. Dann gibt es verschiedene Klassen mit Schlafabteilen bis zur Luxusklasse. Dank meiner Überzeugungskünste und einem australischen Studentenausweis konnte ich mir eine Red Kangaroo Sleeper Cabin zu einem bezahlbaren Preis buchen. Das ist ein Zweierabteil, in dem in der Nacht zwei Betten herunter geklappt werden können. Da ich dieses Abteil für mich alleine hatte, hatte ich genügend Platz für mich.

Die Landschaft war nicht sehr speziell, das Outback aus dem Zug. Ab und zu sah man Tiere, vor allem Kühe, teilweise auch überfahrene neben den Schienen. Der Wagen vor meinem war der Speisewagen. Mein Wagenbetreuer empfiehl mir zum Nachtessen einen Backed Potato mit Chilli con Carne und einem Bier. Das Essen war vorzüglich und sehr günstig. Für das Morgenessen nahm ich einen Toast und einen Kaffee, wobei ich nur den Kaffee bezahlen musste, da ich anscheinend der letzte war der noch Zmorgen wollte und sie sowieso den Rest vortschmeissen mussten. Dazu gab es noch einen Banana-Cheescake der in der Goldklasse übrig war. Der Zug hiel mehrmals an, damit er sich auf der eingleisigen Strecke mit anderen Zügen kreuzen konnte. Manchmal hielten wir auch einfach so ein halbe Stunde an. Könnte der Zug durchfahren, würde er nur die halbe Zeit brauchen.

In Adelaide angekommen rief ich am Bahnhof ins My Place – Hostel an, damit sie mich abholen kamen. Ich versuchte noch in Alice Springs ein Bett zu buchen, da mir dieses Hostel von Colette einer alten Schulfreundin empfohlen wurde, die Besitzerin Andrea ist eine gute Freundin von ihr und aus der Schweiz ausgewandert. Zuerst hiess es, dass alles ausgebucht sei und ich was anderes suchen soll. Als ich dann meinte, ich sage den Gruss von Colette halt per Telefon, war es Andrea überhaupt nicht recht und versprach mir ein Bett zu organisieren.
So da bin ich jetzt. Mein Bett ist in einer Abstellkammer. Ich werde die ersten zwei Nächte nun in diesem “Single-Room”  schlafen. Vitamin-B funktioniert weltweit! Am Sonntagmorgen gehe ich für eine zweitägige Tour nach Kangaroo Island und ab Montag werde ich dann ein “offizielles” Bett bekommen. Da ich am Donnerstag mit einer dreitägigen Tour auf der Great Ocean Road nach Melburn fahren werde und alles beim gleichen Anbieter gebucht habe, bekam ich ein Tour-Package und kann noch einen Tag kostenlos eine Wein-Tour ins Barossa Vally machen, dies habe ich nun für Mittwoch geplant.
Und übrigens, im Northern Territory kennen sie keine Sommerzeit. Da ich nun im Bundesstaat South Australia bin bin ich zwar in der gleichen Zeitzone wie vorhin, habe aber Sommerzeit. D.h. ich bin der Schweiz nun 9.5 Stunden voraus.

2 thoughts on “The Ghan von Alice Springs nach Adelaide

  1. Marc

    Hoi Beby
    also diä Chüe im Outbäck gseht schochli komisch us. Vor allem diä ufem 9te Foti…

  2. Fredy

    Hoi Beat,

    habe Deinen Blog natürlich im RSS Reader … ein bisschen neidisch bin ich schon auf Dich. Der Ghan Zug ist für mich als Eisenbahnfan nämlich noch auf der to-do list!

    Heb sorg, än Gruess us de chalte Schwiiz,
    Fredy

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *