Black-Box-GPS-Logger

By | 30. August 2008

Ich hatte in den Sommerferien mit einem Kollegen eine Motorradtour durch Kroatien gemacht. Mein Ziel war es, die Route mit meinem Mobiltelefon mithilfer der Software Mobile Trail Explorer aufzuzeichnen wie ich dies in meinem letzten Blog-Beitrag Google Map aus GPX-File beschrieben hatte. Da der Bluetooth-GPS-Empfänger, sowie das Handy ziemlich viel Strom verbrauchen, hatte ich in mein Topcase eine dreifach 12V Dose eingebaut und die Geräte ständig extern gespiesen. Somit war mal das Stromproblem gelöst. Auf der Reise traten aber noch ganz andere Probleme auf. Durch die Erschütterungen meldete das Mobiltelefon manchmal einen SIM-Kartenfehler was dann zum Absturz der Software führte oder wenn mehrere SMS oder Anrufe auf das Mobiltelefon kamen und gleichzeitig die Mobile Trail Explorer Software lief, hängte sich  gleich das ganze Mobiltelefon auf und konnte nur noch durch das herausnehmen des Akkus wieder gestartet werden. Leider legt die Mobile Trail Explorer Software alle Punkte im Memory ab und speichert die Daten erst auf den Memorystick, wenn man die Aufzeichnung beendet. Dies hatte nun zur Folge, dass ich alle Daten der laufenden Aufzeichnung bei einem Absturz des Mobiltelefons jeweils verlor. Trotzdem konnte ich sehr viele Daten sammeln und werde zu einem späteren Zeitpunkt versuchen meine Motorradtour hier zu visualisieren.

Um den oben beschriebenen Problemen zukünftig aus dem Weg zu gehen, habe ich mich nach einem kleinen Hosentaschengrossen GPS-Logger umgesehen der unabhängig von meinem Mobiltelefon läuft. Zufälligerweise las ich im c’t 18/08 in der Vorschau, dass in der Ausgabe 19/08 eben verschiedene GPS-Logger ab 50 Euro getestet würden. Gestern war es endlich soweit, die aktuelle c’t-Ausgabe 19/08 liegt in meinem Briefkasten. c’t hat nun also 13 verschieden GPS-Logger in Hosentaschengrösse getestet.

Grundätzlich zeigt der Test diverse Unterschiede, für mich sind die folgenden relevant:

  • Auslesen als USB-Massenspeicher, USB-Treiber mit VirtualComPortDriver, Bluetooth oder eine Mischung
  • Trackqualität, abhängig auch von den eingesetzten GPS-Chips
  • Grösse und Form
  • verfügbare Software zum auslesen der Daten für Linux
  • Bedienbarkeit (Display)
  • Verarbeitung, und Robustheit

Da ich je länger je mehr eine Abneigung zu Microsoft Windows verspüre, habe ich meinen Notebook mit Linux aufgesetzt. Es kommt als nur ein GPS-Logger in Frage, welcher ich mit Linux auslesen kann. Dies soll per USB geschehen. Bluetooth braucht mein GPS-Logger also nicht zwingend.

Durch diese erste Filterung kamen von dreizehn nun noch die folgende drei GPS-Logger in Frage:

Wintec G-Tender (WSG-1000) Holux M-241 Wintec-Easy Showily (WPL-1000)
Wintec Wintec G-Tender

(WSG1000)

Holux M-241 Wintec Easy Showily

(WPL-1000)

  • Der Wintec Wintec G-Tender ist so eine Art eierlegende Wollmilchsau. Neben dem Loggen von GPS-Daten hat er auch noch einen barametrischen Höhenmesser und ein Thermometer. Das 2,1€ -Graustufen-Display kann Kompass, Mondphasen, Sonnenstand etc. darstellen. Ich fände dieses Ding optimal für eine Wanderung oder Fahrradtour. All dies und auch das integrierte Bluetooth werde ich aber für meine Anwendung nicht brauchen.
  • Der Holux M-241 wäre eigendlich mein Favorit gewesen, da er zuverlässig aufzeichne. Leider hat er eine ziemlich spezielle Form, nämlich jene eines Filmdöschens oder die eines Zünders. Ich will den GPS-Logger in ein Flugzeug mitnehmen können und da kann ich mir bei der Sicherheitskontrolle die Fragen bereits vorstellen, was ich mit dem Zünder an Bord wolle €¦ und Bluetooth brauche ich wie schon gesagt auch nicht.
  • Bleibt also noch der Wintec Easy Showily. Sieht aus wie ein USB-Stick, hat ein kleines Display welches in verschiedene Ansichten Längen- und Breitengrad, zurückgelegte Strecke und verstrichene Zeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, Uhrzeit sowie Bewegungsrichtung und aktuelle Geschwindigkeit anzeigt. Sogar ein zurücksetzbarer Tageskilometerzähler ist vorhanden.

Ich hab mich also nun für den Wintec Easy Showily (WPL-1000) entschlossen. Leider ist der in der Schweiz nirgens zu bekommen. Im c’t stand aber das er baugleich mit dem NL-456DL Easy Logger sei. Dieser ist in diversen Online-Shops zu haben und sieht auf den Bildern tatsächlich auch gleich aus wie der WPL-1000. Für CHF 156.40 war er nicht am günstigsten aber sofort lieferbar.

Jetzt muss ich leider warten bis der GPS-Logger bei mir eintrifft. Dann werde ich meine Erfahrungen hier wieder veröffentlichen. Gespannt bin ich auch auf das auslesen mit Linux und Mac. Heise erwähnte hierfür ein Script.

One thought on “Black-Box-GPS-Logger

  1. Chrigi

    Nach dem Lesen des c’t Artikels habe ich in etwa die selben Schlüsse gezogen. Bin bereits gespannt auf deinen Erfahrungsbericht!

    Ich werde mir wohl ebenfalls den Wintec Easy Showily bzw. NL-456DL Easy Logger fürs “Alltags-Tracking” zulegen obwohl der G-Tender viele weitere Features bieten würde. Für meinen Geschmack ist dieser jedoch zu klobig und zu schwer, um ihn mal schnell in die Hostentasche stecken zu können.
    Fürs Biken eignet sich dann wohl ein Garmin GPS besser, da man dieses zum Navigieren benutzen kann (Routen gibt es bereits unzählige im Internet) und nicht nur die aktuelle Position loggt.

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