eine Woche Neuseeland mit Pat

By | 8. April 2009

Bereits vor meiner Abreise auf meine Weltreise war ich per eMail in Kontakt mit Patricia, wir kennen uns von früher aus der Pfadi (what else).  Sie reist schon viel länger auf der Welt herum als ich und arbeitet jeweils als Wwoofer. WWOOF (World Wide Opportunities on Organic Farms) ist eine Organisation, die Plätze auf Bio-Farmen vermittelt wo man 4 bis 6 Stunden pro Tag arbeitet und dafür kostenlos übernachten und essen kann. Pat macht dies schon die ganze Zeit und war gerade an ihrem letzten Wwoofplatz in der Nähe von Ohope Beach auf der Nordinsel von Neuseeland. Sie fragte die Familie ob ich auch dort übernachten könne und diese erkundigten sich dann nach meinem Beruf. Der Deal war dann relativ einfach, sie brauchten dringend einen neuen Computer und ich war wahrscheinlich der erste Wwoofer der nicht Ziegen melkte oder Schafe schor, sondern eben IT-Support machen konnte.
Pat wartete bereits an der Bushaltstelle als ich in Ohope ankam und wir fuhren mit ihrem Auto auf die kleine Farm zu Julie und Rudy mit ihren beiden Kindern Zacary und Caign. Während sich Pat um die Schafe, Enten und Hühner kümmerte, beriet ich Rudy in PC-Fragen, brachte die beiden bisherigen PC’s wieder auf Vordermann und ging dann mit Rudy noch einen neuen Laptop kaufen welchen ich auch noch einrichtete. Dank meiner Studentenkarte von der Schule in Australien konnten wir zu einem Spottpreis noch ein neues MS-Office kaufen. An einem Nachmittag lehnete uns Rudy seine beiden Kayaks aus und fuhr uns zu einer Bucht wo Pat und ich eine kleine Kayaktour unternahmen. Als wir auf einer kleinen romantischen Insel einen Halt einlegten, stellten wir fest, dass es Eppe wurde und wir ruderten schnell weiter, manchmal stiessen wir bereits am Grund auf. An unserem letzten Tag bei Rudy und Julie gingen wir nach White Island. Es wurde gesagt, dass es dort einen noch “aktiven” Vulkan hätte. Es war eine geführte Tour und weil das Schiff nicht direkt zur Insel fahren konnte mussten wir auf ein Schlauchboot umsteigen welches uns zur Insel brachte. Mit Helm und Gasmaske wanderten wir dann auf der Insel herum. Pat und ich dachten bei einem aktiven Vulkan an Lava. Leider sahen wir aber nur nach faulen Eiern stinkender Dampf aus dem Boden strömen, wie dies auch an anderen Orten in Neuseeland der Fall war. Auf der Rückfahrt sahen wir dan noch Delphine die um unser Schiff rum schwammen. Als wir zurückkamen musste ich doch nach als echter Wwoofer arbeiten und helfen Schafe zu fangen da die Klauen geschnitten werden mussten und sie einen biologische Knoblauchdrink bekamen der gegen Parasiten uns so helfen soll.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns dann von der Wwoofer-Familie und fuhren nach Rotorua. Auf dem Weg nach Rotorua fuhren wir noch zum höchsten Wasserfall mit warmen Wasser. Dafür benötigten wir eine Bewilligung um auf der ungeteerten Strasse dorthin zu kommen. Wir wären gerne über Nacht an diesem romantischen Plätzchen geblieben, hatten aber kein Zelt mit dabei und in Rotorua bereits ein Zimmer mit Doppelbett reserviert. So fuhren wir weiter nach Rotorua.  In Rotorua sieht man durch die hohe thermale Aktivität überall Dampf aus dem Boden strömen, ausserdem riecht es permanent nach Schwefel. Wir besuchten eine Show der Māori. Die polynesischen Māori (deutsch und englisch oft auch Maori) sind das indigene Volk Neuseelands. Ihre Vorfahren haben vermutlich im 13. Jahrhundert in mehreren Wellen Neuseeland besiedelt sie zeigten uns wie sie leben, sprachen und kochten. Am Schluss gab es noch ein riesen Buffet mit viel Essen. Spät am Abend beschlossen wir in einem thermischen Bach schwimmen zu gehen. Mit der Taschenlampe suchten wir den Weg dem Bach entlang, bis wir zu einem kleinen Wasserfall kamen. In der stock dunklen Nacht badeten dort bereits zwei. Wir gingen dann zurück zum Auto um die Badehosen zu holen und als wir erneut beim Wasserfall eintrafen stiegen die anderen gleich aus dem Wasser. Wir beschlossen dann, dass Nacktbaden unter dem Wasserfall wohl das schönste ist. Etwas später kamen dann noch ein paar Einheimische, natürlich mit Badehosen. Am nächsten Morgen waren wir etwas spät unterwegs. Wir wollten nämlich den Geysir sehen. Dieser stösst jeweils um 10.15 Uhr das Wasser in einer Fontäne aus, nachdem ein Parkwächter etwas Seife oben rein kippt. Um etwa 10.10 Uhr erreichten wir das Parkzenter, wo wir das Ticket kaufen mussten. Zum Geysir ist es aber dann noch ein Stückchen mit dem Auto. Pat parkierte das Auto auf einem Bus-Parkplatz und rannte ins Zenter hinein, ich hintendrein. An der Kasse sagte uns eine ältere Frau dann ganz ruhig, dass wir noch eine Stunde Zeit hätten, da in der letzten Nacht die Uhren auf Winterzeit zurückgestellt wurden. Somit gab es dann doch noch Frühstückbevor der Geysir spritzte. Nachher gingen wir zum Hells Gate. Das ist ein Park mit lauter blubbernden und rauchenden Schlammloechern.
Leider war es nach einer Woche bereits wieder Zeit um mich von Pat zu verabschieden, ich hätte gerne noch ein paar Nächte mehr mit ihr im gleichen Bett geschlafen. Sie fuhr nach Auckland wo sie ihr Auto verkaufte um dann weiter nach Trinidad zu fliegen, um dort ein chinesisches Restaurant aufzubauen. Ich nahm den Bus nach Taupa. Keine Ahnung ob und wann ich sie wieder sehen werde. Wer weiss, vielleicht habe ich ja mal Lust auf chinesisches Essen …

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