Palm Pre – das bessere iPhone?

By | 7. October 2009

Ja ich gebs zu, ich bin ein alter Palm-Fan. 1996 kaufte ich den Palm Pilot, also der Urpalm der Firma US Robotics, mir war es damals zu doof jedes Jahr eine neue Agenda zu kaufen und von Oktober bis ende Jahr jeweils mit zweien rumzulaufen. PalmPilotDert Palm Pilot löste mir dieses Problem und viele andere. Die Bedienung und die Schrifteingabe erfolgte mit einem Stift und  ich konnte die Daten über die serielle Schnittstelle mit dem PC synchronisieren und hatte somit eine Sicherung meiner Termine bei einem allfälligen Verlust oder Defekts des Geräts, was mir die papierige Agenda nicht bot. Klar, ich war der Zeit irgendwie voraus, aber das Geräte setzte sich durch und zuletzt benutzte ich einen Palm Tungsten mit Farbdisplay und USB 2.0.
Der Palmhersteller US Robotics wurde im März 1997 von 3Com gekauft und ab 2000 wurde die neu gegründete Palm Inc. an der Börse gelistet. Im Oktober 2003 wurde die Firma Handspring gekauft. Dies war eine Ausgründung ehemaliger Palm-Mitarbeiter, deren Zugpferd, war das Smartphone Treo 600. Nun wuchsen eigendlich Palm und Handy zusammen. Leider kamen da aber nie wirklich brauchbare Geräte raus und schlussendlich wurden sie sogar mit dem Betriebssytem Windows Mobile anstatt mit dem Palm OS ausgeliefert. Palm stürzte so richtig ab, da andere Hersteller wie HTC und Samsung bessere Handy’s mit Windows Mobile anboten.
Im Jahr 2003 trennte ich mich dann vom Palm da ich Handy und Agenda in einem Gerät wollte und den Treo als nicht brauchbar befand. Auf keinen Fall wollte ich ein Microsoft Betriebssytem auf meinem Handy haben. Was auf einem PC nicht stabil läuft, kann auf einem Handy schon gar nichts taugen. Ich kaufte also ein Sony-Ericsson P800, danach das P910i, dann das P990 und zuletzt das M600i, welches das stabilste und leichteste Businesshandy (ohne Kamera) war. Das Betriebssytem war UIQ, welches auf das Symbian OS aufsetzt. Die Sony-Ericsson-Handys waren wie früher der Palm mit einem Stift mit einer Schrifterkennung zu bedienen.
m600i-blackLeider verabschiedete sich mein M600i vor knapp einem Jahr in Australien, die Luftfeuchtigkeit und der Sand taten dem Display nicht gut und die Stiftbedienung war nicht mehr möglich und somit auch das Gerät nicht mehr richtig zu gebrauchen. So kaufte ich mir ein stinknormals Nokia-Handy. Dies genügte beim reisen vollkommen da ich ja keine Agenda zu führen hatte und keine eMails auf dem Handy lesen und schreiben musste.  In einer Präsentation auf der CES im Januar 2009 hat Palm die neue Betriebssystem-Plattform webOS  vorgestellt. webOS €“ bislang unter dem Codennamen Nova kolportiert €“ ist multitasking-fähig, laufende Anwendungen werden wie Spielkarten gestapelt und per Fingerstrich verschoben, hervorgeholt oder weggesteckt. Als Palms erstes Smartphone mit dem neuen Betriebssystem wurdet das pre vorgestellt. Es ist deutlich kleiner und leichter als Palms bisherige Treo-Geräte und auch etwas kleiner als ein iPhone. Mit seinem 3,1 Zoll großen Multitouch-Display ähnelt es Apples Telefon, verfügt aber zusätzlich über eine ausschiebbare, alphanumerische Tastatur. Als ich Mitte Mai zurück in die Schweiz kam, genügte mir das Nokia nicht mehr und ich suchte ein neues Handy. Das Palm pre, hätte mir sehr gut gefallen, schaffte es aber seit der Präsentation im Januar nicht auf den Markt. Es wurde im Sommer nur exklusiv über den US-Carrier Sprint verkauft und funkte daher nur mit EVDO. GSM oder UMTS war nicht an Bord. Eine UMTS-Version hatte Palm zwar angekündigt, über Vermarktung in Europa und die Preise für den pre schwieg sich der Hersteller jedoch aus. Ich kaufte mir also ein iPhone 3G mit 16 GB Memory. Das iPhone begeisterte mich von Anfang an mit dem sehr einfachen Bedienungskonzept. Ich habe auch diverse praktische Progrämmchen (Apps) installiert und der MP3-Plyer ist nun auch gleich im Handy integriert.. Einzig die volle Kontrolle von Aplle gefällt mir ganz und gar nicht. So werde ich gezwungen das iTunes zu benutzen, welches natürlich unter Linux nicht läuft und es lässt sich nur Software installieren die Apple in ihrem Shop (teilweise auch kostenlos) freigegeben hat. Aplle weiss also genau was ich installiert habe und steuert auch, was ich zu installieren habe, einige Applikationen sind über den schweizer App-Store gar nicht erhältlich. Für die Texteingabe wird eine Tastatur eingeblendet, diese ist manchmal etwas mühsam zum bedienen, vorallem aber nach dem Genuss von alkoholischen Getränken.
preDiese Mängel soll der Palm pre nicht haben. Und heute sah ich, dass er Ende Monat auch in der Schweiz als UMTS-Version lieferbar sein soll, bei Digitec erscheint er nun im Online-Shop. Da ich sowieso gerade einen Handyabowechsel mache, versuche ich ein vergünstigtes Modell vom Palm pre zu erhalten. Entweder schaft es nun Palm wieder auf den Handy-Markt oder das ist nun endültig der letzte Versuch, was ich hingegen sehr schade finden würde. Einen ausführlichen Test (19 Seiten !) über den Palm pre gibts von Golem: Test: Palm Pre – das Smartphone für iPhone-Verächter.

iPhone 3GS vs. Palm Pre

Falls ich mir wirklich einen Palm pre kaufe, werde ich meine eigenen Erfahrungen auf diesem Blog publizieren.

One thought on “Palm Pre – das bessere iPhone?

  1. Stefan M.

    Palm war mal eine starke Marke, habe aber schon lange nichts mehr von denen gehört. Ich warte auf Ende September wenn das Nokia N8 endlich verfügbar ist. Wer eine Tastatur möchte muss noch ein wenig länger auf das N9 warten.

    Die einzige Frage wo noch offen ist, ist die Bedienungsfreundlichkeit. Wenn die Versprechen gehalten werden, istes gekauft.

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