Umweltschutz mit Energiesparlampen und so …

By | 4. April 2010

2004 hatte der von Osram und Philips mitfinanziert BAG/BFE-Messbericht behauptet  Sparlampen seien bezüglich elektromagnetischen Feldern nicht problematischer als Glühlampen.  Dieser Bericht beruht auf einer Messmethode für das hochfrequente elektrische Feld (27 €“ 52 kHz, Oberschwingungen bis 500 kHz),  die 100-mal (!) tiefere Messwerte liefert als die korrekte, von der TCO vorgeschriebene Messsmethode. Richtig gemessen hätten  alle Sparlampen den TCO-Normwert von 1 V/m überschritten, nämlich um etwa das 5- bis 20-fache.  Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat nun eine neue Studie angewendet. Die so ermittelten Werte liegen bei einem Abstand von 30 Zentimetern bei allen getesteten Energiesparlampen weit unter den international empfohlenen Grenzwerten. Im Sinne der  persönlichen Vorsorge empfehlen die Bundesämter, zu Energiesparlampen einen Mindestabstand von 30 Zentimetern einzuhalten, insbesondere wenn die Lampe – beispielsweise eine Schreibtischlampe – über längere Zeit in Betrieb ist. Schon in der Lehre lernten wir:  wer misst, misst Mist. Wenn also die Grenzwerte zu hoch sind, entfernt man sich soweit vom Messobjekt weg, bis der Wert stimmt. In  diesem Fall also 30 cm. Der Konsument muss somit selber schauen, dass er nicht von seiner Energiesparlampe verstrahlt wird.

Vorgestern machten mein Kollege Reto und ich noch weitere Gedanken zur Energiesparlampe und zum Umweltschutz überhaupt. Besteht die Glühbirne lediglich aus Glas, Draht,  Glühfaden, Halterung und Blechgewinde, so kommt bei der Sparlampe einiges an umweltbelastender und energieaufwendiger Hightech hinzu:  Vorschaltgerät, Platine, Entladungsrohr, Kondensator, Generator, Zünder, Elektrode, Thermosicherung, Steckverbindung, Klebstoff,  chemische Leuchtstoffe und -beschichtungen, Lötzinn, Kunststoffgehäuse… und Quecksilber. Wir fragten uns ob wirklich Energie gespart wird, wenn Herstellung und Entsorgung auch in die Energiebilanz miteinbezogen werden. Im Internet ist dazu nicht  allzuviel zu finden ausser im Bericht Fakten vs. Mythen vom Beobachter. Darin steht: Für Herstellung, Nutzung und Entsorgung einer  Elf-Watt-Stromsparlampe beträgt der Energieaufwand rund 7,5 Kilowattstunden. Im Vergleich zu einer Glühlampe hat sie die Produktionsenergie  nach 140 Betriebsstunden €“ bei einer Lebensdauer von 6000 bis 10€™000 Stunden €“ bereits eingespart. Hinzu kommt, dass die Energiesparlampe  im Vergleich zur Glühlampe wesentlich klimafreundlicher ist. Das gilt nur für die qualitativ guten Lampen, die die Angabe der Lebensdauer einhalten. Es gibt aber auch Sparlampen, denen €ždas Licht zu früh ausgeht€œ. Problematisch ist auch die Entsorgung. Glühlampen und Halogenglühlampen können mit dem Hauskehricht entsorgt werden. Stromsparlampen dagegen gehören nicht in den Güselsack. Eine Sparlampe enthält etwa fünf Milligramm  Quecksilber und schadstoffhaltiges Leuchtpulver. Handel, Hersteller und Importeure sind verpflichtet, Stromsparlampen zurückzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. Glas- und Metallteile werden wiederverwertet. Quecksilber und schadstoffhaltiges Leuchtpulver werden in Fässer verpackt und landen in Untertagdeponien. Warscheinlich in einer Deponie wie jene in Kölliken, wo durch die toxischen Abfälle eine Grundwasserverschmutzung droht und die Deponie nun für für 300 bis 350 Mio. Franken innerhalb acht Jahren vollständig saniert werden muss, dabei wird natürlich keine Energie benötigt und kein CO2 ausgestossen. Das Beispiel der Energiesparlampe zeigt, dass unsere Umweltschutzpläne zu kurzfristig, zu kompliziert oder von einer Lobby getrieben sind. Dies betrifft auch andere Themen. Man kann z.B. nicht von einem Tag auf den anderen Tag wirtschaftliche Elektroautos bauen, obwohl man dies eigendlich schon seit Jahrzehnten vor hatte. Auch der Umstieg auf den Ü–V ist nicht mehr so einfach möglich, die Züge sind überfüllt, die Investitionen in einen Ausbau will niemand bezahlen, das Ticketsystem ist zu kompliziert (dies ist eine andere Geschichte) und auch die Eisenbahn braucht Mengen von Strom, erzeugt Feinstaub und hat weitverbreitet noch Plumsklos, was anderorts aus Umweltschutzgründen schon lange verboten ist..
Ich glaube immer noch, dass man am einfachsten bei fixen Einrichtungen (wie Häuser, Strassen, etc.) sparen könnte, das Auto ist beweglich und kommt in meiner Spar-Reihenfolge am Schluss. Die Techniken wie isolieren, Wärmepumpen, Sonnenkollektoren für warmes Wasser, Fernwärmenetze sind erprobte Mittel um den Energieaufwand zu reduzieren und sind einfach anzuwenden.  Bei Strassenlaternen ist der Einsatz von Energisparlampen übrigens problemlos, da der Abstand von mindestens 30 cm problemlos einzuhalten ist. Hingegen ein Elektroauto mit Akkus aus unterschiedlichen hochgiftigen Stoffen oder sogar ein Hybridelektrokraftfahrzeug, welches zwei Motoren, einen Benzintank und einen Akku zusammen, mehrere Getriebe, Kupplungen, Antreibswellen (wird auch nicht leichter) hat, spart enorm wenig ein, beschränkt extrem den Einsatzradius und löst die Frage auch nicht woher der Strom dafür kommt.
Würden alle Erstweltländer den gleichen Aufwand für Umweltschutz betreiben, wie es heute bereits die Schweiz macht, gäbe es keine Umweltschutzprobleme und wir müssten nicht noch weitere unsinnige Sparmassnahmen ergreifen, dabei gilt die 80/20-Regel, ab 80% tut der Umweltschutz weh, wir sind nun bei 83%. Zudem starb unser Wald in meiner Kindheit und uns wurde versichert, dass wir Bäume als Erwachsene nur noch in Museen sehen würden. Wir sammelten daher Jogurtdeckeli um den Wald zu schützen. Sauber gewaschen mit warmem Wasser und Abwaschmittel, brachten wir die Aludeckeli an die Sammelstellen, von dort wurden sie jeweils direkt in die Kehrichtverbrennungsanlage gebracht, und siehe da der Wald ist wieder gesund, cool. Und nun fängt der Staat an die Leuchtmittel, die Duschbrausen und die Autokindersitze vorzuschreiben um damit 83,5 % zu erreichen, dabei schlägt er die Ticketpreise für den Ü–V auf und zugleich Treibstoffzölle bzw. CO2 Abgabe, damit niemand auf die Idee kommt vom Auto auf den Bus und umgekehrt zu wechseln, da es bekanntlich zu wenig Strassen so wie auch zuwenige Schienen hat. Achtung, Kindersitze sind nur in den Prüfnormen ECE 44/03 und ECE 44/04 erlaubt. Alle anderen Sitze müssen in Fässer verpackt untertag deponiert werden.
Da bliebe trotz sehr kleinem Aktionsradius noch das Fahrrad als Alternative für den Umweltschutz. Da besteht aber vorallem um den Bahnhof herum ein akkutes Parkplatzproblem, welches nicht entschärft wird, ausser es dem Velofahrer engültig zu verleiden indem unpraktikable zweistöckige Veloständer aufgestellt werden (ich muss dazu nicht mehr schreiben, wer es schon mal versucht hat weiss von was ich schreibe) oder einfach die Fahrräder von der Polizei entfernt werden. Mit dem Auto kann kan übrigens im Parkhaus exakt über dem Bahnhof parkieren, es nennt sich Park + Rail. Wobei ich dieses Konzept noch nie begriffen habe. Wenn ich schon im Auto sitze und ich es damit mitten in die Stadt geschaft habe, wieso soll ich dann auf dem Bahnhof parkieren und den Zug nehmen? Meiner Meinung nach müssten Park + Rail für Motorfahrzeuge ausserhalb der Stadt bei den Autobahnausfahrten erstellt werden um dann mit dem Ü–V das Zentrum zu erreichen. Aber eben, ich verstehe all diese Umweltschutzmassnahmen nicht und gehe nun Ostereier suchen.

[Nachtrag 29.12.2011]
Seltene Erden: Giftige Abfälle für grüne Energie

One thought on “Umweltschutz mit Energiesparlampen und so …

  1. Aldo Meier

    Hallo zusammen
    Abgesehen von ein paar unbedeutenden Schreibfehlern (verursachen schliesslich keinen zusätzlichen CO2 Ausstoss…;=)), hast du den Nagel haargenau auf den Kopf gestossen! Man könnte locker noch 10 Seiten zu diesem Thema hinzufügen. Wichtig zu erwähnen fände ich noch, dass man meiner Meinung nach politisch weder Links, Grün, Mitte oder Rechts stehen/sein muss, um deinen Ausführungen zu folgen, sondern ganz lapidar über einen gesunden Menschenverstand verfügen sollte… Jetzt müsste einer noch definieren, was denn genau unter dem gesunden Menschenverstand zu verstehen ist.. Aber überlassen wir das den Politikern, Wissenschaftlern, Lobbyisten und Panikmachern!
    Ich hoffe, dass du die Ostereier gefunden hast und die Eierschalen richtig entsorgt hast…;=)!
    In diesem Sinne,
    Aldo

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